Bericht 01.03.2010

Hallo zaeme!

....bei uns scheint das Wetter und die Jahreszeit wieder etwas "normaler" zu verlaufen.....wir sind zurueck aus der Wildnis dem Nationalpark Torres de Paine. Da wo tausende abenteuerlustige Wanderer die Natur unsicher machen und es sich auf verschiedenen Budegtebenen gut gehen lassen. (vom Luxusresort mit Spa, ueber Refugio mit Massenschlag bis zum Camping mit- oder ohne Gebuehr, jeweils mit- oder ohne Infrastruktur....)

Wir sind von Calafate aus (wo wir den Gletscher Perito Moreno besuchten) in2 1/2 Tagen einmal mehr ueber die Grenze nach Chile, direkt in den Park geradelt. Es herrschte super Wetter mit ganz wenig Wind und sehr angenehmen Temperaturen. Der Patagonische Sommer zeigte sich doch noch! Bei einem der Parkeingaengen haben wir die horrende Eintrittsgebuehr von 30 Dollar bezahlt. Dort durften wir auch unsere Velos einstellen und haben unsere Rucksaecke fuer 7 Wander- und Campingtage gepackt. Schwer bepackt mit Zelt, Schlafsack, Matte, Kocher und viel Essen haben wir noch am ersten Nachmittag die erste Tagesetappe gemeistert und sind beim Camp Seron mit schon recht havarierten Ruecken, Schultern und Hueften angekommen. Rucksacktragen will eben auch gelernt sein, vorallem sind wir es nicht gewohnt!

Fuer den grossen Circuito braucht man "normalerweise" mindestens 7 Tage, da wir aber nicht ganz normal sind (vor allem Michi immer vorandraengt, wie ein ungezogener Hund an der Leine zieht....:-)) haben wir die Strecke in 4 ganzen und 2 halben Tagen abgewandert= also in total 5 Tagen! Das bringt mit sich, dass wir jeweils so 8-9 Stunden pro Tag unterwegs waren und ueber Stock und Stein liefen. Da es hier keine Wetterprognosen gibt wie in der CH, und das Wetter nicht immer voraussagbar ist, nutzten wir die superschoenen Tage. Wir hatten so ein riesen Glueck: jeden Tag lachte die Sonne, die Temperaturen waren sehr angenehm und der Wind hatte sich irgendwo in einem anderen Winkel von Patagonien verschanzt. Es war einfach traumhaft! Wir genossen wunderschoene Ausblicke auf Gletscher, Berge, Gipfel, Seen, Taeler...immer wieder aenderte die Landschaft und machte die 5 Tage sehr abwechslungsreich. Einzig die Muecken und Sancudos (beissende Fliegen) nutzten die Windstillen Tage und schwirrten uns beim Pausieren jeweils in Wolken um die Koepfe, was etwas nervig war...aber man kann eben nicht alles haben!

Die Abende verbrachten wir in den Camps, entweder mit Bezahlung mit warmer Dusche, oder gratis mit freiwilliger kalter Dusche oder Waschbecken am Gletscherfluss.....brrrr! Man lernte schnell andere Wanderer kennen, plauderte und tauschte Erfahrungen aus und traf sich immer wieder mal auf dem Weg....(wobei wir die meisten ja eher ueberholten und dadurch immer wieder neue Leute kennenlernten...)

Schoen war, dass unsere Rucksaecke jeden Tag etwas leichter wurden, wir sind eben gute Esser! und unsere Schultern und Hueften langsam Hornhaut bildeten, so wurden die Qualen etwas gemildert. Am Schluss waeren wir dann langsam angewoehnt gewesen......aber eben, da kamen wir schon gluecklich am Ziel an.....beim Parkeingang Laguna Amarga (unsere Wechselzone) sattelten wir wieder auf die Velos um und planten in 2 Tagen nach Puerto Natales, 130km suedlich zu fahren.

An diesem Tag kehrte wieder der patagonische Alltag ein: der Wind blies und fauchte wie zu alten Zeiten und Silvia, die sowieso einen etwas kraenkelnden Tag erwischte (Magen, Darm) merkte bereits nach 10 Minuten, dass sie sich diese Strapazen nicht antun wollte. Da der Wind auch sehr boeig ist, ist es sehr gefaehrlich zu fahren, schnell landet man seitlich unter dem Velo begraben auf der Strasse und so ein 50kg Velo laesst sich nicht so einfach lenken auf Schotter. Also kehrten wir wieder um. Schon vor der Anfahrt hatten wir mit einem der Buschauffeure provisorisch verhandelt und einer bot uns an, uns nach Puerto Natales mitzunehmen. Schlussendlich sassen wir sicher vor Boen und kaltem Wind geschuetzt im Bus nach Puerto Natales.

Weil wir anschliessend nordwaerts per Bus nach Temuco reisen wollen, sind wir von Pt Natales mit einem weiteren Bus gleich nach Punta Arenas weitergereist. Diese Hafenstadt liegt 250km suedlich am Ende des Suedamerikanischen Festlandes. In Pt Natales existieren keine solche Verbindungen, weil es eher ein kleiner Ort ist und nur fuer die Verbindung in den Nationalpark Torres del Paine wichtig ist.

Hier in Punta Arenas erholen wir uns zuerst einmal, schlafen aus, kochen uns wieder einmal ein feines Schlemmermenu (der Lachs ist hier superguenstig und kommt direkt aus der Bucht!! es gibt Penne a la Salmone! hmmmm). Silvia moechte gerne noch einen Ausflug zu den Pinguinen machen....Geld muss gewechselt werden, Bustickets muessen gekauft werden, Waesche gewaschen, Schuhe geputzt und natuerlich werden wir Stunden vor unserem kleinen Freund, dem Notebook sitzen und mit der Welt komunizieren.....so schoen!

Ihr seht, es geht uns sehr gut und wir hoffen, ihr habt es ebenso! (und sonst schaut, dass es so wird!)

Vielen Dank fuer eure Mails und Neuigkeiten aus der Heimat, wir freuen uns immer sehr ueber jeden Buchstaben von euch!

Liebe und windige Gruesse von

Silvia und Michi




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