Bericht 20.10.2009
Hallo allerseits.
Wir haben es tatsaechlich geschafft - wir sind wohlbehalten angekommen hier in Kuba. Wir sind ziemlich am Anschlag. Jetlag, eine Freinacht, Hitze und Feuchtigkeit machen uns zuschaffen. Das Klima hier fuehlt sich an wie nach einem Aufguss in der Sauna.
Die Anreise vom Zentrum Madrid zum Flughafen Barajas verlief voellig problemlos. Die Metro ist super und wir konnten unsere Velos dank Niederflurzuegen ganz einfach einladen.
Wir waren voellig relaxt und freuten uns auf den Flug. Die Fahrraeder hatten wir vorgaengig angemeldet und die Bestaetigung der Fluggesellschaft hatten wir auch.
Am Flughafen angekommen begannen wir sofort die Fahrraeder einzupacken. Wir machten es wie bisher auf all unseren Fluegen und liessen die Velos zusammen, entfernten die Pedalen, verminderten den Reifendruck, Lenker drehen und Pedalen entfernen. Zusaetzlich schuetzten wir die heikelsten Stellen mit Karton. So hatten wir bisher nie irgendwelche Probleme und die Velos haben jeden Flug unbeschadet ueberstanden.
Wir fanden uns auch fruehzeitig am Flughafen ein und konnten deshalb alles ohne Hektik erledigen.
Als wir uns dann zum Check-In Schalter begaben wurde uns fast schlecht.. Die Schlange vor den Schaltern verlief quer durch das ganze Flughafengebaeude.Die ganz vorne in der Schlange erzaehlten uns, dass sie seit 6 Uhr in der Frueh hier anstehen. (Der Flug geht um 15:00!).
Es blieb uns nichts anderes uebrig als uns ganz hinten anzustellen. Als wir uns dann eine Stunde spaeter langsam dem Check-In Schaltern naeherten sprach uns eine Angestellte von Cubana an und teilte uns mit, dass sie die Velos so nicht transportieren koennen und sie nur in Kartonschachteln eingepackte Velos akzeptieren. Wir redeten wie wild auf sie ein doch es war nichts zu machen. Und was nun?
Voll am Limit versuchte Michi an verschiedenen Stellen und bei verschiedenen Leuten zu intervenieren und nach einer Loesung zu suchen. Wir sollten uns doch noch schnell in der Stadt Schachteln besorgen meinten sie. Doch dieser Ratschlag war angesichts der uns davonlaufenden Zeit eher muessig.
Wir verzweifelten voellig und wussten nicht mehr weiter. Das Personl liess sich nicht erweichen, gab es noch einen Ausweg?
Wirklich in allerletzter Sekunde konnten wir 2 Angestellte,die Koffer und Taschen mit Folien umwickeln, ueberreden uns unsere Velos in Folie zu wickeln. Das Problem war nur dass die Anlage nicht gross genug war um die Velos einzupacken. Erst als wir die Vorderraeder entfernten ging es ganz knapp, aber auch nur wenn die Velos hinten jeweils angehoben wurden. Es war der reinste Psychostress. Wird Cubana die so eingepackten Velos akzeptieren?
Sie taten es....! Wir konnten unser Glueck kaum fassen mussten uns allerdings sputen um den Flug schlussendlich nicht doch noch zu verpassen.
Die Velos haben den Transport schliesslich fast unbeschadet ueberstanden - welch ein Glueck.
Dank unserer Spanischkentnisse und dank Beziehungen die wir im Flugzeug knuepfen konnten fanden wir ein schoenes Zimmer in einer ruhigen Gegend von Havanna. Seit zwei Tagen versuchen wir uns hier zurechtzufinden. Was bezahlt man mit Pesos (moneda nacional) fuer was braucht es pesos convertibles.. Wo ist der Markt? Wo kriegt man was?
Das Angebot in den Laeden ist sehr duerftig und auch teuer. Vieles gibt es einfach nicht oder wir wissen noch nicht wo.
Der Gestank der alten Schrottlauben auf den Strassen Havannas ist grauenhaft, die Luftverschmutzung enorm. Der Kulturschock sitzt uns tief in den Knochen....
wir melden uns.
Viele Gruesse
Michi und Silvia