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«Ein Specialized McLaren aufzubauen ist wie ein Gemälde komponieren»
Walo Rüegg liefert limitiertes Rennrad zum Preis eines Mittelklasseautos aus

Es kommt nicht alle Tage vor, dass Walo Rüegg vom gleichnamigen Veloshop beim Bahnhof Affoltern ein Rennrad im Wert von 22000 Franken aufbauen darf. Am Dienstag wurde das exklusive «Specialized S-Works McLaren» dem glücklichen Käufer übergeben.

Aufregung herrscht im aufgeräumten Fachgeschäft von Walo Rüegg. Das edle Specialized S-Works McLaren-Rennrad wird aus dem Schaufenster gehoben und an die Digitalwaage gehängt. Die Ziffern bleiben bei 6,65 stehen. 6,65 Kilo für ein fahrfertig ausgerüstetes Rennrad inklusive Pedalen und Bidonhalter ist weniger als der Radweltverband für Rennräder der Profi-Equipen erlaubt. Um an der Tour de France, dem Giro, der Vuelta oder der Tour de Suisse teilnehmen zu dürfen, müssen die Rennräder der Akteure mindestens 6,8 Kilo schwer sein. Rüegg lächelt. Er weiss, dass diese Regel für seinen Kunden nicht von Belang ist, denn der ist Triathlet. Im Dreisport, wo geschwommen, radgefahren und gelaufen wird, gibt es keine Gewichtsvorschriften für Rennräder. Leicht und edel Das Specialized McLaren ist auch technisch ein Leckerbissen. Das Rahmendesign entstand in Zusammenarbeit mit den Ingenieuren des Formel-1-Rennstalls McLaren. Verwendet wurde dazu ein Karbonlaminat der höchsten Güteklasse. Mit modernsten Fertigungsmethoden entstand ein statisch wie aerodynamisch optimales Gefüge. Eine windschlüpfrig geformte Rahmen-Gabel-Kombination, die nur wenig mehr als ein Kilo wiegt - zum sündhaften Preis von 8000 Franken. Sie ist im Tretlagerbereich sehr fest bei gleichzeitig gutem Fahrkomfort auf schlechten Strassen. Dazu tragen auch die Zipp-Karbonräder bei, die auf hochwertigen Collés rollen. Geschaltet wird elektronisch mit Shimanos Dura Ace Di2 (Digital Intelligence). Als weiterer Leckerbissen ist das Tretlager mit einer SRM-Leistungsmesskurbel ausgestattet. Der montierte Fahrradcomputer zeichnet also nicht nur die üblichen Fahrdaten wie Kilometer, Tempo und Höhenmeter auf, sondern auch Vitaldaten wie Tretkraft, Herzfrequenz und Tretkadenz. «Ein Fahrrad dieser Güteklasse aufzubauen, ist wie ein Gemälde komponieren», schwärmt Rüegg, während der Kunde mit glänzenden Augen neben ihm steht. Fast ein halbes Jahr hat er gewartet, bis sämtliche Komponenten endlich verfügbar waren. Nun hat es doch noch geklappt - vor dem ersten Wettkampf. «Ein fantastisches Gefühl. Das Gewicht des Rades ist kaum zu spüren, der Vortrieb unglaublich direkt. Man fährt wie auf Wolken», wird er nach der ersten Probefahrt erfreut berichten.

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